Südisland #7

Ausgeruht und mit frisch gewaschenen Sachen sind wir wieder bereit zum Weiterreisen. Unser Couchsurfer für die nächste Nacht hat uns aus persönlichen Gründen kurzfristig abgesagt, so verabreden wir uns mit anderem Couchsurfern. Tash und Bo aus San Francisco und Beth aus Kanada holen uns in Reykjavík ab und gemeinsam steuern wir den heißen Fluss Reykjadalur an.

Couchsurfing Hangout

Erste Nordlichter

Gerade angekommen und schon hält das nächste Auto. Heute müssen wir nicht lange warten und werden immer wieder von Einheimischen, die gerade auf dem Heimweg sind, mitgenommen. »Weißt du einen Platz, wo wir unser Zelt aufstellen können?«, fragen wir Veikko als wir bei ihm einsteigen. Ohne lang zu zögern, fährt es uns zu einem Grundstück seiner Familie. »Hier neben dem Wasserfall sollte es kein Problem sein«, erklärt er uns. »Wandern kann man hier auch sehr gut.« Bei schönstem Sonnenschein laufen wir die Schafwege hinauf, hier trifft man niemanden außer ein paar schreckhafte Schafe.

Mittlerweile wird es deutlich früher dunkel und wir können zum ersten Mal Nordlichter sehen. Auch wenn es nur sehr schwache sind, freuen wir uns riesig und schauen nun nachts immer mal wieder aus dem Zelt.

Veikko zeigt uns unseren Schlafplatz

Vielfalt der Nationalitäten

Am Seljalandsfoss erleben wir zum ersten Mal so richtig die Touristenmassen. Dafür ist hier im Süden hitchhiken besonders leicht. Alle 10 bis 20 Kilometer gibt es einen Wasserfall, Gletscher oder andere Sehenswürdigkeit. So treffen wir einige Leute, die uns ein kurzes Stück mitnehmen.

Mit Jorge und Su aus Mexico schauen wir uns das Naturschutzgebiet Dyrhólaey an. »Da ist ein Puffin«, rufe ich ihnen zu, als ich den kleinen Vogel entdecke. Wir haben Glück, dass wir hier noch hunderte Papageientaucher beobachten können. Denn wir hatten schon befürchtet, dass wir zu spät dran sind und sie die Insel bereits verlassen haben.

Mit Jorge und Su auf Erkundungstour
Dyrhólaey

Fimmvörðuháls Trail

Der Skógafoss ist 60 Meter hoch und 25 Meter breit. Von den vielen Menschen lassen wir uns nicht abschrecken und laufen die vielen Treppenstufen hinauf. Oben angekommen geht es flussaufwärts mit einer leichten Steigung dahin. An unzähligen Wasserfällen vorbei, einer schöner als der andere. Hier sind auch nur noch wenige Wanderer unterwegs und die Schlucht wird immer spektakulärer. Nach sechs Kilometern verlassen wir das Naturschutzgebiet und suchen uns ein schönes Plätzchen zum Zelten. Am nächsten Tag laufen wir denselben Weg wieder zurück. Da die Wolken in den hohen Bergen hängen und es ziemlich kalt ist, haben wir nicht geplant, die komplette Wanderung bis Þórsmörk zu machen.

Reynisfjara
Skogafoss
Krókfoss
Mit Gletscherguides von Italien geht es weiter
Seljavallalaug

Wandern in Þakgil

In Vík machen wir einen Großeinkauf, da es die nächsten 280 Kilometer keinen Supermarkt gibt und die kleinen Shops neben den Tankstellen extrem teuer sind. Von Amerikanern werden wir im bis nach Þakgil mitgenommen. Auf dem Weg dorthin kommt das Wohnmobil schon langsam an seine Grenzen. Es ist zwar keine F‐Straße, die nur mit Allradfahrzeugen befahren werden darf, aber durchgehend Schotterweg. Alles rappelt und klappert und wir sind froh, als wir am Campingplatz ankommen. Von hier starten wir einen ca. 15 Kilometer langen Rundwanderweg. Der Trail führt über schwarzen Boden, vorbei an grünen Bergen. Als wir zum ersten Mal Sicht auf die Gletscherzunge haben, sind wir beeindruckt. So viel Eis! Motiviert laufen wir weiter bis zum nächsten Aussichtspunkt. Auf dem Weg dorthin hören wir immer wieder das Eis krachen. Es ist eine riesige Schlucht, mehrere Wasserfälle stürzen in die Tiefe.

Mýrdalsjökull
Kötlujökull
Wo das grüne Moos wächst schmeckt es am besten.

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