Faja de las Flores – Ordesa #17

Da der Höhenweg für die nächsten Tage gesperrt ist, suchen wir nach einer Alternative. Im Internet werden wir aufmerksam auf den spektakulären Höhenweg »Faja de las Flores«. Doch als wir uns beim Ranger erkundigen wollen, ob noch Schnee auf der Wanderroute liegt, meint sie nur knapp: »Dangerous, very dangerous«, und möchte uns offensichtlich keine weitere Auskunft darüber geben. Später meint Flo zu mir: »Kein Wunder, ich mit meiner Jogginghose und den Birkenstockschlappen. Die dachte wohl, wir sind zum ersten Mal in den Bergen unterwegs.« Das Wetter sieht für die nächsten Tage gut aus, wir fühlen uns auch fit, also auf geht’s!

Hier sind wir hochgelaufen
Blick auf unseren Zeltplatz

Berauschende Natur

Die Wanderung »Faja de las Flores« ist 14 Kilometer lang, mit 1600 Höhenmetern und ist eigentlich eine Tagestour. Es gibt zwei kurze Klettersteige zu überwinden und der Höhepunkt der Tour ist ein drei kilometerlanger Pfad in einer sehr ausgesetzten Felswand, an der es mindestens 1000 Meter in die Tiefe geht.

Der erste Klettersteig ist direkt neben einem Wasserfall, der 200 Meter in die Tiefe stürzt. Eigentlich ist er nicht schwierig, doch mit dem großen Rucksack auf dem Rücken ist es auf jeden Fall eine Herausforderung. Oben angekommen führt der Weg über mehrere Terrassen an verschiedenen Wasserfällen vorbei. Die Berge ringsherum sind noch mit Schnee bedeckt und der Abwind pfeift an den steilen, Berghängen herunter. Deshalb suchen wir uns einen windgeschützten Platz für unser Zelt und gehen früh schlafen, damit wir am nächsten Tag fit für die restliche Tour sind.

Täglich grüßt das Murmeltier

Morgens kriechen wir aus unserem Zelt und sehen einige Murmeltiere munter herumlaufen. Auf der Wiese blühen schon die Frühlingsblumen und wir entdecken zum ersten Mal ein Edelweiß. Die Aussicht ist atemberaubend schön. Einige Bergdohlen stürzen sich die steile schroffe Felswand hinab und jagen sich in der Luft.

Unser Nachbar
Edelweiß
Blick auf »Brèche de Roland« – Frankreich
Langer Aufstieg am Morgen
Drei Kilometer geht es an der Felswand entlang
Im Hintergrund sieht man die Route – den schwarzen Spalt im Felsen

Spektakuläre Wanderung

Wir haben schon viele Wanderungen gemacht, doch noch nie so eine spektakuläre und ausgesetzte Route wie diese. Wahrscheinlich ist es eine der schönsten Wanderungen in den Pyrenäen. Beim Abstieg gibt es zwei Optionen, wir entscheiden uns für den Klettersteig ohne Klettersteigset. Doch auch hier geht es steil runter und man muss extrem gut aufpassen, wohin man steigt. Erschöpft kommen wir nach einem langen Wandertag am Parkplatz an und kühlen uns im Fluss ab. »Soll auch gegen Muskelkater helfen«, erklärt Flo und schüttelt sich. Wir schauen zur Felswand hoch und können selbst nicht glauben, dass wir heute Morgen noch dort oben waren.

Ganz oben waren wir.
Wo ist Flo?

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