Abenteuer Transalpina #2

In Ungarn stehen wir an einer Autobahnauffahrt und sind überrascht, wie wenig Autos dort hochfahren. Zum Glück gibt es ein wenig Schatten. Nach einer gefühlten Ewigkeit bleibt ein Passat mit ungarischem Kennzeichen stehen. Adam ist in unserem Alter und möchte über ein verlängertes Wochenende sein Nachbarland kennenlernen. Nächstes Jahr plant er, noch einmal mit dem Motorrad dorthin zu reisen, und möchte die Gegend nun erkunden. Mit ihm fahren wir über die Grenze und sind zum ersten Mal in Rumänien. Stundenlang sind wir an flacher, eintöniger Landschaft in Ungarn vorbeigefahren. Jetzt können wir beobachten, wie die Landschaft allmählich hügeliger wird.

Fünf Lei gleich ein Euro

Nach dem wir von der Bank rumänisches Lei abgehoben haben und zum ersten Mal durch den Supermarkt laufen, sind wir überrascht, wie günstig hier die Lebensmittel sind. Bei einem Picknick beschließen wir, mit Adam zur Transalpina zu fahren und auch morgen gemeinsam weiterzureisen. Auf dem Weg zieht sich der Himmel zu, es wird dunkel und fängt an zu gewittern und regnet wie aus Kübeln. Von der Straße erkennt man kaum noch etwas. Im Dunkeln kommen wir an Adams Unterkunft an und fragen nach einem Zeltplatz hinter dem Haus. Einer der Gäste ist so freundlich und übersetzt unser Anliegen. Daraufhin läuft der Hotelbesitzer raus in den Regen und leuchtet mit seiner Taschenlampe auf eine geeignete Stelle. »Gibt es hier Bären?«, fragt Flo unsicher. »No Urs«, antwortet er. Wir sind erleichtert und froh, dass wir bei dem Wetter nicht noch weiterziehen müssen.

Stausee Oasa

Kopf im Nebel

Der Nebel hängt noch tief über dem Stausee Oasa. Während wir draußen frühstücken, bringt der Besitzer uns zwei heiße Tassen Tee. Danach packen wir unser nasses Zelt in Adams Auto und steigen ein. Umso höher wir die Transalpina fahren, desto spektakulärer werden die Berge. Einige Hirten ziehen mit ihren Schafen über die Wiesen. Wir sind weit über der Baumgrenze und es ist richtig kalt, trotzdem möchten wir wandern gehen. Flo leiht Adam seine Regenjacke und Handschuhe, da er keine warme Kleidung dabei hat. Ganz in der Nähe ist der Berg Vîrful Parîngul Mare. Dieser ist mit seinen 2519 Metern einer der höchsten Berge Rumäniens. Der Wind bläst gewaltig und für die Pausen suchen wir uns Windschatten hinter den Felsen. Nur wenige Wanderer kommen uns entgegen und dass, obwohl heute Samstag ist. Aus einer kurzen Wanderung zum ersten Gipfel, wird eine 5-stündige Wanderung über den Bergkamm. Wäre es nicht schon so spät, würden wir wahrscheinlich immer weiter laufen, fasziniert von dem Anblick der Natur.

Gipfel Setea Mare

Überraschendes Nachtlager

Müde und erledigt fahren weiter Richtung Süden. Es sieht viel mediterraner aus und überall wachsen die Weintrauben in den Gärten. Während der Fahrt halten wir Ausschau nach geeigneten Zeltplätzen. Das tolle an Rumänien ist, Wildcampen ist überall erlaubt. Schließlich fahren wir durch ein kleines Dorf und stehen schon vor Adams heutiger Unterkunft. »Ich habe eine Überraschung für euch, denn ich habe das Zimmer für drei Personen gebucht, es war der selbe Preis«, teilt uns Adam mit. Damit haben wir nicht gerechnet und können unser Glück kaum fassen. So verbringen wir den Abend gemütlich beim Grillen und stoßen mit rumänischem Bier an. Müde von der Wanderung und glücklich, dass wir heute nicht in unser nasses Zelt kriechen müssen schlafen wir ein.

Steinreich

2 Gedanken zu „Abenteuer Transalpina #2

  1. Seid ihr aktuell noch in Rumänien oder ladet ihr das nachträglich hoch?
    Schaut doch mal in Movile östlich von Hermanstadt vorbei und fragt nach Paul. Dort könnt ihr hundert Bücheln bestauen 😉
    Gute Reise
    Linus

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.