Zelten in Tupiza #14

Zwischen Uyuni und Tupiza

Im Bus sitzt eine Frau mit drei kleinen Kindern. Bei einem Zwischenstopp steigt sie mit dem ältesten aus, um auf die Toilette zu gehen, und lässt die beiden anderen schlafend zurück. Hier scheint das ganz normal zu sein. Jeder schaut ein bisschen mit.

Im Schritttempo bremst sich unser Bus die steilen Berge hinunter. Die Straßen sind gut, doch Autos begegnen uns kaum. Die Landschaft, die während der vierstündigen Busfahrt für gerade einmal 200 Kilometer an uns vorbeizieht, ist wunderschön und abwechslungsreich. Tiefe Schluchten, Berge und unzählige Kakteen prägen das Bild. Kein Wunder, dass hier viele Möbel aus Kaktusholz gebaut werden.

Zelten im wilden Westen

Wir möchten endlich mal wieder zelten und die Temperaturen hier sind dafür deutlich angenehmer als in den letzten Wochen. Ich habe das dringende Bedürfnis nach Ruhe und Natur.

Also laufen wir in den nahegelegenen Cañón del Inca. Schnell finden wir einen geeigneten Zeltplatz im Schatten und erkunden den weiteren Canyon zu Fuß. Hierher Es kommen tagsüber nur eine handvoll Menschen her und nachts sind wir ganz alleine. Es ist so still, dass wir am Morgen den Flügelschlag eines Kolibris hören, der um unser Zelt herumfliegt. Andere Insekten gibt es kaum. Doch schon am nächsten Tag geht uns das Wasser aus und wir müssen zurück in die Stadt. Wir haben unterschätzt, wie viel Wasser man hier wegen der trockenen Luft benötigt.

Ein paar Tage später ziehen wir noch einmal los. Dieses Mal nehmen wir ein Tuc-Tuc zum benachbarten Cañón del Duende und haben 14 Liter Wasser im Gepäck. Trotzdem reicht es gerade einmal für drei Tage. Dabei benutzen wir zum Abspülen ohnehin nur Klopapier und das restliche Kochwasser.

Jede Nacht sehe ich das Kreuz des Südens.
Es zeigt den Weg nach Norden. Doch können wir ihm folgen?

Ausreise Bolivien

Doch wie so oft kommt es anders als geplant. Über Nacht entscheiden wir uns, unseren Plan mit Sucre (1 Woche Spanischkurs) und Cochabamba (2 Wochen Workaway) zu streichen. 

Die Lage in Bolivien spitzt sich immer weiter zu. Wegen Protesten und Straßenblockaden kommt es immer wieder zu Versorgungsengpässen, und niemand weiß, wie sich die Situation weiterentwickeln wird. Von zu vielen Reisenden haben wir gehört, dass sie an einem Ort festsitzen oder das Land nur noch per Flugzeug verlassen konnten. Besonders die Geschichten von Reisenden, die wegen der Blockaden drei Tage ohne Essen und Trinken in einem Bus festsaßen, bleiben uns im Kopf.

Doch gerade sind es nur 90 Kilometer bis zur argentinischen Grenze und wir beschließen, diese Chance zu ergreifen. So verlassen wir nach zwei Wochen mit einem Collectivo das Land. Auch der Grenzübergang geht überraschend schnell. Dafür liegt nun ein Umweg von rund 1.200 Kilometern um Bolivien herum vor uns.

Beim Geldwechsel bekommen wir für unsere Euro rund ein Viertel mehr.
Kurz vor Ausreise treffen wir Matilda und Josh (aus Freiburg) und gehen gemeinsam Essen.

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