Reisebericht

#6 Das Trio: Trolltunga, Kjeragbolten und Preikestolen

Die Woche auf der Farm ist vorbei, wir packen unsere Rucksäcke und verabschieden uns. Wir haben mal wieder Glück! Die Berliner-Familie aus dem Airbnb Haus nimmt uns bis Tyssedal mit. Dort startet die Passstraße bis zum Einstieg der Wanderung. In einem Hotel können wir unser restliches Gepäck unterstellen. Beim Wasser auffüllen werden wir sogar gefragt, ob wir es mit oder ohne Eiswürfel haben möchten. Die Leute hier in Norwegen sind einfach unglaublich freundlich.

Trolltunga – Heimat der Trolle

Sie gehört zu einem der bekanntesten Wanderungen in Norwegen. Dementsprechend viele Leute sind unterwegs. Die erste Stunde geht es im Zickzack die Straße hoch, erst danach beginnt der richtige Wanderweg. Meist wird die Tour zwischen 8 und 12 Stunden ausgeschrieben. Da wir erst am späten Nachmittag starten und noch eine Badepause einlegen, kommen uns die Menschenmassen nur entgegen. Drei Kilometer vor der Trolltunga finden wir unseren Traum-Campingplatz. Mit toller Aussicht, eigenem Wasserfall und nicht so nah am Wanderweg. Schnell stellen wir unser Zelt auf und laufen mit nur kleinem Gepäck zur Trolltunga. Um neun Uhr abends erreichen wir den Felsvorsprung und müssen nicht lang warten, bis wir darauf stehen können. 700 Meter geht es unter uns in die Tiefe und die Aussicht ist spektakulär. Es ist schönes Wetter und dazu noch Wochenende, so stehen hier über 30 Zelte.

Wanderung zur Trolltunga
Traumhafter Zeltplatz
Trolltunga

Inselrundfahrt auf Finnøy

Flo’s Bruder, mit Frau und Baby sind gerade in Südnorwegen unterwegs. Wir wollen uns mit ihnen treffen und machen uns auf den Weg. Eine junge Mutter bleibt stehen. Sie ist schon seit 12 Stunden unterwegs und müde vom Autofahren. So steigt Flo kurzerhand an der Fahrerseite ein und fährt los. Sie ist glücklich über die Ablösung. Als Nächstes werden wir von einem Inselbewohner mitgenommen. Er zeigt uns seine Lieblingsplätze auf der kleinen Insel Finnøy. Unterwegs halten wir bei einem Farmer und kaufen frische Tomaten. Nach einer Nacht auf der Insel werden wir von einem älteren Ehepaar aufgegabelt. Sie besitzen acht große Cargo-Schiffe und nehmen uns bis hinter Stavanger mit. Am Abend treffen wir Manu, Juli und den kleinen Tobias. Es gibt viel zu erzählen und zu berichten.

Kjeragbolten – Tanz der Moleküle

Gemeinsam entscheiden wir zum Kjeragbolten zu fahren. Die Anfahrt durchs Tal an den steilen Felsenwänden und den unzähligen Wasserfällen vorbei macht schon Lust auf Wandern. Nicht immer kann die Sonne scheinen. So laufen wir bei tiefhängenden Wolken los. Schlechter als vorhergesagt werden wir von Regen und Schneegraupel bei 50 km/h Wind überrascht. Der bekannte Stein hängt in einer Felsspalte 1000 Meter über dem Abgrund. Darauf zu stehen kostet uns mehr Mut als gedacht. Der Aufwind am Wasserfall trägt das herabstürzende Wasser nach oben und man kann jeden Tropfen beim Tanz im Wind betrachten. Richtig glücklich sind wir erst wieder, als wir das trockene Auto erreichen.

Familie Bernauer
Wanderung zum Kjeragbolten
Kjeragbolten

Sonnenspiel am Preikestolen

Nach einigen verregneten Tagen freuen wir uns schon auf eine Bergübernachtung am Preikestolen. Der Parkplatz ist trotz Regen und tief hängenden Wolken gut gefüllt. Wir zählen mindestens fünf Reisebusse. Wie vorhergesagt schlägt das Wetter um sechs Uhr abends um. Endlich lässt die Sonne sich wieder blicken. Viele Wanderer kommen uns schlecht gelaunt entgegen, denn sie standen am Preikestolen noch in den Wolken. Dort angekommen staunen wir nicht schlecht über den so bekannten Felsvorsprung. Wir klettern noch ein Stück weiter und stellen unser Zelt auf eine der Felsterrassen auf.

Fast alleine auf dem Preikestolen
Sonnenuntergang mit dem russisches Pärchen

Ganz alleine stehen wir bei Sonnenuntergang auf dem Preikestolen und genießen die Ruhe am Abend. Von einem russischen Pärchen werden wir auf Schokolade und heißen Tee eingeladen. Sie reisen eigentlich mit einem ausgebauten Bus herum, wollen heute aber auch hier oben übernachten. Die ersten Sonnenstrahlen kitzeln uns um 5 Uhr morgens aus dem Zelt und die Natur erwacht im Tageslicht. Der Sonnenaufgang ist hier magisch. Nur wenige Leute laufen herum und nutzen das Licht zum Fotografieren. Als es wieder zu zieht, kuscheln wir uns noch einmal ins warme Zelt. Beim Abstieg blenden wir die Menschenmasse einfach aus und laufen zügig in 40 Minuten herunter. Schau dir an wo wir gerade unterwegs sind »Live-Standort«.

Morgenstimmung am Preikestolen
Menschengetümmel und Schlange stehen

5 Gedanken zu „#6 Das Trio: Trolltunga, Kjeragbolten und Preikestolen

  1. Musstet Ihr an der Trolltunga und dem Prekestolen Platzkarten ziehen oder ging es mit den Leuten? Ansonsten: echte Neidisch-Mach-Bilder!
    Weiter viel Spaß und tolle Erlebnisse und Grüße auch an Manu, Till

    1. Hallo Till, die Tage sind hier so lang, dass man auch noch spät wandern gehen kann. Um 9 Uhr abends ist dann auch an der Trolltunga und dem Preikestolen wenig los. Tagsüber würden wir die Plätze nicht empfehlen. Haben schon von Wartezeiten über zwei Stunden für ein Selfie gehört. Wem es Spaß macht 😀 Liebe Grüße zurück

  2. Hallo Jamila und Flo !
    Wieder sind wir von euren tollen Bildern und Erlebnissen und Begegnungen begeistert !!!!
    Weiter so. Liebe Grüsse Ute und Horst

  3. Liebe Jamila und Flo!

    Eure Bilder und Berichte lassen auch mich staunen. Doch ich kann Euch sagen, wenn ich mir das alles ansehe und durchlese schwingt mein Körper regelrecht in Erinnerungen von meiner allerestern Reise ins Ausland, alleine mit 17 Jahren , mit. Es ging damals per Interrail, über Dänemark, Schweden nach Norwegen. Für einen 4 wöchigen Urlaub. Zwei Jahre später bin ich noch mal per Anhalter in Norwegen unterwegs gewesen. Ich habe bei weiten nicht so viel gemacht, gesehen und erlebt wie Ihr, aber meine Reiseerlebnise und Begnungen haben sich mir soo eingebrannt, das ich bei Euren Berichten sozusagen aus eigener Erfahrung mitfiebere. Für mich eine emotionale Achterbahnfahrt in meine Jugendzeit!
    Ich freu mich schon wenn wir persönlich über das erlebte sprechen und austauschen können.
    Suuuper! Habt noch eine gute Zeit!

    Liebe Grüße von Markus aus Köln

    1. Hallo Markus, schön dass wir dich so auf unsere Reise mitnehmen können, beziehungsweise auf eine Reise in deine Erinnerung. Vielleicht wäre es jetzt noch einmal Zeit mit dem Fahrrad durch Skandinavien zu fahren. Ist bestimmt auch toll 😉 Wir freuen uns schon darauf, euch nach der Reise in Köln zu besuchen. Ganz liebe Grüße aus Norwegen, Jamila & Flo

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