Mit der Fähre geht es nach Tallinn und dies in einer privaten Kabine. Es war mit 15 Euro die günstigste Variante um nach Estland zu kommen. So können wir entspannt schlafen und am nächsten Morgen weiter reisen.
Sumpfige Farben
Eine lange Strecke laufen wir zu Fuß und warten schließlich über zwei Stunden bis wir von einem jungen Mann mitgenommen werden. Er ist selbst schon viel gereist und schenkt uns zum Abschied zwei Dosen Bier. Diese genießen wir im Lahemaa Nationalpark. Unser Zelt stellen wir im Wald auf und spazieren über den Steg durch das Sumpfgebiet. Dort treffen wir zwei junge Reisende aus der Ukraine, die auch per Anhalter unterwegs sind.
Fahrerwechsel
Der Lärm von den schnell vorbeifahrenden Autos macht die lange Wartezeit noch unangenehmer. Viele sind einfach schon voll und andere fahren nur kurze Strecken. Schließlich bleibt ein VW-Bus mit belgischem Kennzeichen stehen. Mit Bart überfahren wir die Grenze nach Lettland und machen eine Pause am Strand. Flo übernimmt für zwei Stunden das Steuer und wir durchqueren einmal die Hauptstadt Riga.
Zelten in Pinki
Nach 20 Minuten an der Straße und drei Stinkefingern, vergeht uns das Hitchhiken. Es ist eh schon spät und wir wollen es lieber am nächsten Tag noch einmal versuchen. Die Nacht verbringen wir an einem See. Es ist eine herrliche Abkühlung und nach Skandinavien eine angenehme Wassertemperatur.
Am nächsten Morgen hält Harald und fährt uns viel weiter, als er eigentlich müsste. Mit den Worten »Ihr werdet ihn mehr genießen als ich«, überreicht er uns seinen Kaffee.
Tausend Kreuze
Kurz vor der Grenze nach Litauen werden wir von zwei Athleten mitgenommen. Sie ist Hochspringerin und Edis Speerwerfer. Er wird nächstes Jahr in Tokio bei den Olympischen Spielen antreten. Die beiden zeigen uns den »Berg der Kreuze«. Einen katholischen Wallfahrtsort in Litauen. Hier findet man die verschiedensten Arten an Kreuzen in jeder Größe.
In Šiauliai setzten sie uns vor dem Haus unserer Couchsurfer Familie ab. Sniega empfängt uns herzlich und führt uns herum. Auch ihr Waldorf Kindergarten befindet sich im Haus. Gerade ist Wochenende und es ist drückend heiß. Zusammen mit ihren drei Töchtern fahren wir zum nächsten See und kühlen uns ab. Am Abend laufen wir durch die kleine Stadt und bekommen von ihr eine private Führung. Sie weiß einiges über die Künstler und die Geschichte und freut sich ihr Wissen mit uns teilen zu können.
Richtung Polen
In Litauen kommen wir besser per Anhalter voran. Eine gute Strecke mit einem Lastwagenfahrer, in einem französischen Wohnmobil und mit einer jungen Frau bis kurz vor die Grenze. Dort stehen wir und kommen nicht mehr vom Fleck. Gefühlt fahren 90 Prozent LKWs an uns vorbei, die uns wegen der strengen Vorschriften in Europa nicht mitnehmen dürfen. Wir sind schon kurz davor aufzugeben, als ein PKW stehen bleibt.
Magdalena und Maciej kommen gerade vom Urlaub zurück und wollen noch heute sieben Stunden bis Krakau fahren. Geschätzte Ankunftszeit ist 2 Uhr in der Nacht. Ursprünglich hatten wir für die Strecke mehrere Tage geplant, aber bei so einem Angebot kann man doch nicht Nein sagen.
4 Gedanken zu „Einmal quer durchs Baltikum #12“
Ihr beiden seid einfach unglaublich! Schade, daß ich von eurem Aufenthalt in Tallinn nichts wußte, sonst hätte ich euch vielleicht eine Unterkunft finden können. Aber wie immer habt ihr schon gut vorgesorgt. Eure schönen Bilder sprechen Bänder! Macht weiter so, so das wir noch viel mehr von der Welt zu sehen bekommen… danke, danke, danke ❤️
Liebe Amrei, es ist uns ein Vergnügen euch so die Welt zu zeigen. Schön, dass auch ihr ein Teil unserer Reise geworden seid. 🙂
My greatings from travelers from Ukraine) It was great to met you both in the swamps in Estonia.
Hi Victor, we hope you arrived well in the Ukraine. All the best for you and your friend. Cheers