Wo die Straße endet
Punkt 12 Uhr stehen wir an der Straße und werden schließlich von einer einheimischen Familie mitgenommen. Der vierjährige Sohn sitzt neben mir und zockt auf dem Tablet ein Shooter-Spiel, auf meinem Schoß sitzt die Katze. Die Fahrerin erklärt, dass sie Friseurin ist, und reicht uns frittiertes Gebäck zum Probieren. Ihr Mann erzählt in gebrochenem Englisch, dass er als Cowboy arbeitet. Es wird eine lustige Fahrt, die mitten im Nirgendwo endet, denn hier wollen sie übers Wochenende fischen gehen. Schon bald hält das nächste Auto: Bastian und Catalina sind mit ihrem Dachzelt in Patagonien unterwegs und nehmen uns mit. Wir haben Glück, denn später auf der Fähre sind nur zwei weitere Autos, das war die letzte Chance, heute noch weiterzukommen. (Jamila)


Mäuse-Alarm
In Villa O’Higgins endet die Straße für Autos, doch für Fußgänger und Fahrradfahrer geht der Weg weiter. Gefühlt alle Reisenden auf dem Campingplatz warten auf das Boot, das zweimal täglich über den See fährt. Von dort müssen wir 22 km zu Fuß zurücklegen. Eigentlich keine große Herausforderung – wären da nicht unsere großen Rucksäcke. Normalerweise lassen wir immer einen Teil unseres Gepäcks zurück. Doch dieses Mal haben wir alles dabei: Laptop, Technik … denn wir wollen über die Grenze nach Argentinien laufen. Gemeinsam mit Axelle und Glenn, zwei Belgiern.
Unsere Füße schmerzen, als wir abends das kleine Polizeihäuschen erreichen. Der Raum ist leer, bis auf einen Stuhl und einen Tisch, auf dem zwei Stempel liegen. Der Beamte bestätigt unsere Einreise nach Argentinien, und wir können auf der Wiese unser Zelt aufstellen. Andere Reisende hatten uns empfohlen, mehr Essen mitzunehmen, damit wir an diesem schönen Ort einen Tag länger bleiben können. Der Fitz Roy hängt noch in den Wolken, aber trotzdem ist es wunderschön.
Leider gibt es am Abend eine böse Überraschung. Als wir ins Zelt kriechen wollen, entdecken wir ein Loch im Zelt – und Mäusekot überall. Auch mein Rucksack ist angeknabbert, und das obwohl wir, wohlwissend, dass es hier viele Mäuse gibt, alle Lebensmittel in die Bäume gehängt haben. Unser Nachbar Marc, erzählt uns am nächsten Morgen, dass er in der Nacht eine Maus mit seinem GPS-Gerät erschlagen hat. (Jamila)








































2 Gedanken zu „Grenzgang Villa O’Higgins #6“
Soooo schöne Reiseberichte! Es fühlt sich fast so an, als würden wir wie Pumuckl in der Manteltasche mitreisen….. Und gut, dass es „nur“ Mäuse waren…! Herzlich, Sabine und Karl
sehr geil ihr Abenteurer! weiterhin good luck!