Tipps & Tricks

Daumen Taxi

»Reisen erweitert den Horizont und lässt Distanzen kleiner wirken.«

Es ist der Weg von Abenteurern und Freigeistern. Man könnte es auch eine Schule des Lebens nennen. Innerhalb eines Tages springt man zwischen verschiedenen Klassen hin und her und lernt die unterschiedlichsten Menschen kennen. Es gibt nicht DEN typischen Fahrer der für Anhalter stehen bleibt.

Schon einmal haben wir über »Warum per Anhalter?« geschrieben. Dieses Mal gehen wir genauer auf unsere Erfahrungen und persönlichen Tipps ein.

Abenteuer Hitchhiking

Mit einem alten Mercedes LKW durch die Wüste Irans, auf einem Heuwagen durch Nepal, mit zwei Traktoren über die indische Autobahn, mit einem Golf Cart zum Taj Mahal, auf dem Dach eines Lastwagens durch Indonesien, zu dritt auf einem Roller durch Thailand, auf einem Pick-up durch Australien oder einfach in einem normalen PKW durch Europa. Unsere Liste ist unendlich lang. Für einige Erlebnisse würden wir wahrscheinlich sogar Geld bezahlen, aber das Beste ist, es war alles umsonst. Wir hatten keinerlei Erwartungen und wurden immer wieder überrascht.

Auf einem Heuwagen durch Nepal.
Mit zwei Traktoren auf dem indischen Highway.

Wenn der Arm schon schwer wird

Lange Wartezeiten und etwas Frust gehört natürlich auch dazu. Manchmal vertreiben wir uns die Zeit mit Autos zählen, Fitness oder nutzen die Gelegenheit für einen Snack. Oft sind wir auch durchgehend damit beschäftigt die vorbeifahrenden Autos anzulächeln, den Daumen auszustrecken oder das Schild hochzuhalten.

Belustigung der Autofahrer

Schild, Daumen oder Flagge

Durch farbige Klamotten oder die Landesflagge versuchen wir positiv aufzufallen. Der erste Eindruck ist wichtig, da die Entscheidung oft in Sekunden fällt. Ein Schild basteln wir uns nur für lange Strecken oder wenn die Autos in verschiedene Richtungen fahren. In fast jedem Supermarkt findet man alte Kartons zum Beschriften. Am besten immer einen schwarzen Edding mitnehmen. In Norwegen hat es uns sehr geholfen die Landesflagge dabeizuhaben.

1600 Kilometer bis Norwegen
1000 Kilometer bis auf die Lofoten
700 Kilometer bis Polen
Die Flagge ist gehisst.

Orientierungslos war gestern

Wir nutzen zur Orientierung die App Maps.me. Die offline Karten kann man beliebig für die benötigte Region aufs Smartphone herunterladen. Da sie nicht so viele Informationen bereitstellt wie Google Maps, ist sie deutlich übersichtlicher. Hin und wieder kommt es vor, dass der Standort nicht hundertprozentig korrekt eingetragen ist oder man in manchen Ländern, durch verschiedene Schreibweisen, Probleme hat den Namen zu finden.

Mithilfe von GPS kann man schnell den aktuellen Standort herausfinden und spontan während der Fahrt Entscheidungen treffen. Zum Beispiel wo man aussteigen möchte.

Punkt für Punkt

Geheimtipps

Kennt ihr das auch, wenn Freunde oder Reisende euch Tipps für bestimmte Orte oder Länder geben und ihr sie bis dahin vergessen habt? Das passiert uns nicht mehr so schnell. Wir machen uns sofort einen Punkt auf unserer Karte und eine kurze Notiz dazu. Falls wir dann wirklich in dem Land sind, recherchieren wir noch einmal genauer. Das ist dann quasi unser Reiseführer. Oft haben wir auch schon besonders gute Tipps von den Fahrern beim Hitchhiken bekommen. Oder uns unterwegs mit ihnen einen Wasserfall oder eine Sehenswürdigkeit angeschaut.

Edis und seine Freundin zeigen uns den Berg der Kreuze

Stellplatz und Uhrzeit

Anfangs sind wir oft früh aufgestanden, wenn wir eine längere Strecke fahren wollten. Haben genau überlegt, wo es am besten wäre zum Stehen und welche Strecke die schnellste ist. Wir mussten feststellen, dass das Glück nicht beeinflussbar ist. Außerdem sind die Sommertage in Skandinavien sehr lang und man hat fast nie ein Problem mit der Dunkelheit. Wir sind wir froh an keine Uhrzeit gebunden zu sein. So können wir ausschlafen und starten dann gemütlich nach dem Frühstück los.

Irgendwo im Nirgendwo

Bei den Plätzen sind wir nicht so wählerisch. Am besten sind Parkbuchten, Bushaltestellen und gerade Straßen. Aber die Leute, die wirklich halten wollen bleiben stehen, egal wie schlecht der Platz ist. Manchmal kann man sich den Platz gar nicht aussuchen, da man in einer fremden Gegend rausgelassen wird.

Eine wichtige Hitchhiker Regel ist »Wer zuerst steht, darf als Erstes fahren. Hinten anstellen!«

… oder man fährt einfach zusammen.

Tachometer

Je nach Land können die Strecken sehr unterschiedlich sein. Sobald man in einer Gegend ist und einige Male an der Straße stand, bekommt man ein Gefühl dafür, wie viel Zeit man einkalkulieren muss. In Europa haben wir oft die doppelte Zeit wie mit dem Auto benötigt.

In Großstädten ist es generell schwieriger zu hitchhiken. Bevor wir total genervt und müde sind, nehmen wir manchmal die öffentlichen Verkehrsmittel um aus der Stadt herauszukommen.

Backup Zelt

Wenn es dunkel ist hitchhiken wir generell nicht mehr, außer wir sitzen bereits im Auto. Dank unserem Zelt müssen wir eigentlich nie die nächste Stadt oder ein Hostel erreichen. Couchsurfer haben wir auch schon auf einen Tag später oder früher verschoben. Sobald es spät wird halten wir unterwegs Ausschau nach geeigneten Zeltplätze. Abends wird dann gekocht und etwas Warmes gegessen. Siehe Pasta Al Dente.

Im Windschatten

Manchmal wurden wir auch schon von Fahrern zum Essen eingeladen oder konnten bei ihnen zu Hause übernachten. Es war jedes Mal ein schönes Erlebnis, für das wir sehr dankbar sind.

Elmar und Lilli laden uns zum Abendessen und Frühstück ein

Handgepäck zum Hitchhiken

Unsere Rucksäcke sind oft im Kofferraum verstaut und während der Fahrt schwer zu erreichen. Wir haben daraus gelernt und packen meistens einen kleinen Rucksack mit Lunchpaket, Wasser, Wertsachen, Sonnenbrillen und dem Aufladekabel ein.

Generell ist es am besten mit einem kleinen und leichten Rucksack unterwegs zu sein. So kann man schnell einsteigen, die Leute haben Platz für einen und zu Not kann man auch mal eine längere Strecke laufen. Aber auch mit unseren großen Rucksäcken ist es möglich. Siehe Packwunder.

Unsere Rucksäcke
Manchmal auch nur mit Gleitschirm unterwegs

Strom und Internet

In vielen Ländern hatten wir mit unserer Simkarte kein Internet. Oft haben die Fahrer unterwegs einen Hotspot aufgemacht und wir konnten ihre Internetverbindung nutzen. In vielen Ländern gibt es auch in Supermärkten WiFi und Steckdosen zum Aufladen. Also ein guter Platz zum Rauslassen und Organisieren.

Kommunikation

Sprachbarrieren gibt es manchmal, aber auch hier gibt es Hilfestellung. Komplizierte Städtenamen kann man auf der Karte zeigen. Im Notfall hilft auch der Google Übersetzer. In Taiwan und Iran haben wir uns von Einheimischen einen Brief schreiben lassen. Dieser hat erklärt, wer wir sind und was wir vorhaben.

Gerne unterhalten wir die Fahrer und berichten von unserer Reise, versuchen die wichtigsten Wörter der Landessprache zu lernen oder informieren uns über das Leben in dem jeweiligen Land.

So viele liebe Menschen haben uns mitgenommen und sind so ein Teil unserer Reise geworden. Vielen Dank für jeden einzelnen Kilometer!

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