Reisebericht

#11 Das Land der 1000 Seen

Nachdem wir die Grenze nach Schweden überfahren haben werden wir am Straßenrand von Moskitos und Sandfliegen geplagt. Die Landschaft ist eintönig und es regnet leicht. Dreimal haben wir die Möglichkeit Rentiere zu beobachten. Wir warten meist über eine Stunde für nur wenige Kilometer. So schaffen wir es innerhalb von acht Stunden nur 90 Kilometer weit zu kommen. Wobei wir fast zwei Stunden mit Karin und ihrem Bus auf einen Supermarkt Parkplatz stehen und gemeinsam Mittagspause machen. Sie reist seit fast sechs Jahren durch Europa, freut sich über unsere Gesellschaft und lädt uns zum Essen ein. Zum süßen Abschluss gibt es Getreidekaffee und Schokolade.

Moskitoschutz
Mit Karin im Bus
Wildwechsel

Wiedersehen in Schweden

Kurze Zeit später fährt ein uns bekanntes Auto vorbei. Zwar biegen sie ab, bleiben dann schließlich doch stehen. Und tatsächlich es sind die Schweizer die wir vor fünf Wochen 2000 Kilometer südlich in Norwegen getroffen haben. Ein schöner Zufall.

Treffen mit den Schweizern

Dunkelheit

Glücklicherweise bleibt kurz vor Dämmerung doch noch ein Auto stehen. Marjorie’s Navi zeigt an, dass es noch 3500 Kilometer bis Belgien sind. So kommen wir doch noch bis kurz vor die Grenze von Finnland. Nach vielen interessanten Gesprächen werden wir zu einem Mitternacht-Snack in der Tankstelle eingeladen.
Als wir in unser nasses, miefendes Zelt kriechen ist es nach langer Zeit wieder richtig dunkel. Wir sind müde vom langen Tag. Den Lärm und die schnell vorbeifahrenden Autos sind wir gar nicht mehr gewöhnt.

Kornige Übernachtung

Welcome to Finland

Von zwei älteren Finnen, die kaum Englisch sprechen werden wir über die Grenze gefahren. Es ist unser erstes Mal in Finnland. Die Wartezeiten sind kurz und die Leute die stehen bleiben sehr nett. Sauli lädt uns sogar ein bei ihm zu Hause zu duschen. Dankend nehmen wir das Angebot an, lernen auch seine Frau kennen und trinken zusammen Kaffee. Wir fühlen uns in Finnland sehr willkommen. Auch einen Couchsurfer in der nächsten Stadt zu finden war nicht schwierig. Nach einer weiteren Nacht im Zelt laufen wir zur Straße, sofort hält ein Auto und nimmt uns die nächsten 300 Kilometer bis Jyväskylä mit.

Bei Sauli zu Hause
Muslimische Gastfreundschaft

Als wir aussteigen schüttet es plötzlich aus Eimern und wir sind pitschnass bis wir vor der Haustür stehen. Tomasz ist ursprünglich aus Polen und lebt seit neun Jahren in Finnland. Er empfängt uns mit offenen Armen und bietet uns an so lange zu bleiben, wie wir möchten. In kürzester Zeit verwandeln wir seine Wohnung in ein Chaos. Unser Zelt hängt in der Dusche und nimmt so das ganze Bad ein, die stinkenden Schuhe stehen auf der Heizung, unsere nasse Kleidung hängt über den Stühlen und die Schlafsäcke rascheln auf dem Bett.

Später verrät Tomasz, dass heute sein 35. Geburtstag ist. Für abends hat er die Sauna im Haus reserviert und mit einer Schüssel voll Wassermelone machen wir uns auf den Weg zum Schwitzen. Das ist ein Teil der finnischen Kultur.

Bike & Kayak

Nach einem Ruhetag und natürlich Saunen am Abend sind wir wieder fit für neue Abenteuer. Während Tomasz als Pfleger arbeitet können wir sein aufblasbares Kajak ausleihen. Wir schnallen es an unser Rucksacksystem und schwingen uns auf seine Fahrräder. Schließlich paddeln wir über den See Jyväsjärvi und schauen uns von dort die Stadt an. Rechts von uns Schilfpflanzen und links fährt eine schwimmende Sauna vorbei. Es wird gepaddelt bis die Arme schlapp machen.

Bike & Kayak
Rucksack mal anders
Kajaktour in Jyväskylä

Sprung ins Grüne

Gemeinsam fahren wir zum Hügel Laajavuori. Dort versuchen wir uns im Discgolf. Ziel ist es eine Frisbeescheibe in einen Korb zu werfen ähnlich wie beim Minigolf. Von oben sieht man viel Grün, einige Seen und nur wenig Gebäude. Bei einem Picknick beobachten wir ein paar junge Skispringer. Wir bewundern Ihren Mut von einer so hohen Schanze zu springen.

Aussicht auf Jyväskylä
Disc Golf

Saunainsel

Am Wochende geht es mit einem Ruderboot auf eine kleine Insel mit Sauna. Zusammen sitzen wir mit den Locals in der traditionellen Schwitzstube. Es ist für uns das fünfte Mal in dieser Woche. Der See ist besser als jede kalte Dusche. Danach wird gegrillt und wir sitzen gemütlich zusammen. Tamara und Eva aus Deutschland leisten uns Gesellschaft und sind sehr interessiert an Couchsurfing.

Saunakultur
BBQ auf der Insel
Rudern am Wochenende

Tomasz Fahrrad hat einen Platten, so läuft er nehmen uns her und sieht es als Training für seinen nächsten Marathon. Es ist unser letzter Tag und wir möchten uns Jyväskylä bei Nacht anschauen. Der See mit den spiegelnden Lichtern der Stadt sieht sehr friedlich aus. Auch die Brücken sind schön beleuchtet. Es ist fliegender Wechsel, zwei polnische Hitchhiker treffen ein und wir reisen am nächsten Morgen ab.

Jyväskylä bei Nacht

Lakritz-Paradies

Eine Fehlentscheidung und wir sind 9,5 Stunden unterwegs um 300 Kilometer bis Helsinki zu hitchhiken. Aber so wissen wir unsere gewählte Straße war ebenso möglich, man sollte nur mehr Geduld mitbringen. In Helsinki wartet unser zwanzigjährige Couchsurfer Taavetti. Er ist Parkour-Youtuber und fürs die Studium hierhergezogen.

Lächeln ist die selbe Sprache
Hitchhiken nach Helsinki
Couchsurfer Taavetti

Das Zentrum von Helsinki ist nicht sehr groß und man kann alles zu Fuß erreichen. Wie auch andere finnische Städte ist Helsinki sehr fahrradfreundlich. Im Supermarkt findet man alles mögliche mit Lakritzgeschmack. Wir kaufen uns ein Eis und setzten uns damit in den Park. Städte machen uns immer etwas müde.

Altstadt von Helsinki
National Library
Café in einer Haltestelle

2 Gedanken zu „#11 Das Land der 1000 Seen

  1. Echt der Wahnsinn was ihr alles erlebt. Manchmal blutet mir fast das Herz, weil ich am liebsten selber wieder mal los will, mit open end!
    Dem Parcourtuber aus Helsinki schreib ich glaub ich mal eine Nachricht in seinen youtube canal. Der war echt cool in dem video.
    Ich bin bespannt wenn ihr wieder da seid.

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