Nachdem wir die Nacht hinter einer Tankstelle auf einem gepflegten Rasen gezeltet haben, geht es nach 1,5 Stunden Wartezeit mit Iona und ihrem Mann Marco weiter. Während der vierstündigen Fahrt erzählt sie uns auf Englisch viel über Land und Leute – so vergeht die Zeit trotz der eintönigen Landschaft erstaunlich schnell. In Comodoro steigen wir in einen Bus aus der Stadt. Als wir einen Anwohner nach Trinkwasser fragen, kommt er wenig später mit einer großen Tüte Obst, zusätzlichen Flaschen Wasser und sogar Eiswürfeln zurück. So herzlich.

Gemeinsam über die Grenze nach Chile
Am späten Nachmittag sitzen wir im Auto von Bianca und Augustin. Sie sind unterwegs ins 350 Kilometer entfernte Los Antiguos und haben dort für eine Nacht ein Airbnb gebucht. Bianca übersetzt, dass Agustin uns gern einladen würde, sie zu begleiten. Den Abend verbringen wir gemeinsam in einem Restaurant namens »Viel Glück« – passender könnte es kaum sein. Über 800 Kilometer haben wir heute ohne große Probleme per Anhalter zurückgelegt. Das Ferienhaus liegt direkt am See, in der Ferne zeichnen sich die Berge ab. Nach der kargen Landschaft ist das eine Wohltat für die Seele.
Wir entscheiden uns, gemeinsam über die Grenze nach Chile Chico zu fahren. Flo hat im Nationalpark Patagonia eine schöne Wanderung herausgesucht, und die beiden sind sofort begeistert von diesem kleinen Abenteuer mit uns.
Abends lassen wir uns außerhalb des Nationalparks absetzen und schlagen unser Zelt neben einem Fluss auf. Doch am nächsten Tag ist es so windig, dass wir, abgesehen von einem kurzen Bad im Fluss, im Zelt bleiben. Schnell legt sich eine dicke Staubschicht über alles und überall fliegt der feine Staub in der Luft herum.



























2 Gedanken zu „Chile Chico #3“
Tolle Landschaft und Glück beim Trampen. Ich freue mich für Euch. Weiterhin viel Glück, Heidi
Liebe Jamila & lieber Floh,
die grün farbige Schwemmholz-Lampe, hat nach Eurem Island-Vortrag in Dachsenhausen, mittlerweile einen festen Platz in unserem Wohnzimmer eingenommen und sorgt für wohlige Atmosphäre.
Die Zeit scheint zu verfliegen + schon seid Ihr in Südamerika.
Mein Herz ist mit dabei, wenn ich Eure Berichte und Fotos sehe. Ich mache die Landkarte auf und meine Erinnerungen an die Weiten kommen hoch, die ich 1992 – 1993 durch Südamerika mit dem Fahrrad zurückgelegt hatte.
Mir ist klar, es liegt sehr viel Zeit dazwischen, Eure Art zu reisen ist eine andere und am Ende muss jeder feststellen, dass er / sie trotzdem nur einen kleinen Ausschnitt dieses riesigen Kontinents erleben konnte.
Da Ihr aber noch am Anfang Eurer großen Reise durch die Amerikas seid, möchte ich Euch zwei ganz wichtige Ratschläge mit auf Euren Weg geben.
1. Spanisch lernen
Ich weiß mit Google Translate (etc.) ist das verständigen mit den Leuten wirklich viel einfacher geworden. Und es gibt auch viele Leute die Euch in Englisch begegnen können.
Doch der Kontinent ist sooo groooß, die Gelegenheiten so viel, ….
nehmt Euch zwischendurch hier mal 3-4 Wochen Zeit für einen Intensivkurs, und nach einigen Wochen vielleicht nochmal 3-4 Wochen Intensivkurs Spanisch (1 Lehrer-in für Euch Beide, leben in einheimischer Familie + konzentriertes lernen)
Ihr werdet erstaunt sein wie schnell Eure Lernvortschritte sein werden, wie sehr es Spaß machen kann zu lernen, wenn man sich auf eine Sache allein konzentrieren kann.
Auf Eurer weiteren Reise bis in den Süden der USA werdet Ihr eine Unabhängigkeit und Tiefe in der Kommunikation mit den lokalen Leuten erfahren, die mit Englisch nicht zu erreichen ist.
Auch wenn Ihr meint Ihr hättet dazu kein Talent. Sobald Ihr versucht Eure 10 Wörter, die Ihr beherrscht den Leuten um die Ohren haut, hängen diese Euch an den Lippen und versuchen Euch zu verstehen, helfen Euch beim lernen, manche Kontakte sind so erst überhaupt möglich. Ihr selbst werdet am meisten für Eure Bemühungen belohnt. Ihr fangt an Ortsnamen zu verstehen, zu interpretieren. Vieles wird sich Euch einfacher erschließen.
2. Sicherheit beim Reisen
Wir sind in jedem Land vor dem nächsten gewarnt worden. Es ist zu gefährlich! (Kriminalität, Unruhen, Krankheiten, sonstige Gefahren)
Ja da wartet vielleicht an der einen oder anderen Ecke des Kontinents kritische, vielleicht sogar sehr kritische Orte auf Euch.
Unser Freund Brent in Kanada, der selbst schon viel Lateinamerika-Erfahrungen gemacht hatte, gab uns mit auf den Weg:
„Fragt immer die lokalen Leute, ob es was zu beachten gibt, wie die aktuelle Situation ist, ….. etc. . Wen fragt man denn da? 1. So viele Leute wie möglich, die Ahnung haben könnten. (Polizei, Militär, LKW-, Bus-Fahrer, Tour-Guides, Leute die herumkommen und Leute aus der Region)
Da sind wir wieder bei der Sprache! Spanisch ist hier oft der Schlüssel. Es sind zwar auch vor uns schon Leute mit Englisch durchgekommen, was aber ein himmelweiter Unterschied ist ein Land tiefer zu erleben und kennen zu lernen. Für mich hängen da auch starke Emotionen daran.
3. Einschätzen von Antworten
1. Andere Fahrrad-Langzeitreisende hatten uns von ihrem längsten „cercita“ (ganz nah) berichtet, was sich am Ende als 80 km schlechter Erdpiste herausstellte.
Auch gerne genommen: „a la Vuelta“ Nur um die Ecke – Vorsicht ! Laßt es Euch genauer beschreiben und dann fragt zwischen durch immer wieder nach.
2. Fragen nach dem richtigen Weg / Richtung
Das kann ein guter Grund sein sein Spanisch in der Praxis anzuwenden und Kontakt mit der Bevölkerung aufzunehmen. Aber Vorsicht, es kommt nicht all zu selten vor, dass Dir zielsicher der Weg gewiesen wird. Nur weist Du ob Dein Gegenüber Dir den Weg nur rein aus Höflichkeit gewiesen hat, ohne tatsächlich die richtige Richtung zu kennen, oder ist das wirklich die richtige Richtung? Das passiert aus Höflichkeit, Verlegenheit, weil man weiterhelfen möchte aber sich vielleicht schämen würde nicht helfen zu können. (hier gibt es kulturelle Eigenheiten die man oft nicht kennt + durchschaut)
Unsere Technik war, wenn möglich 5x fragen und die häufigste Antwort wählen. Da waren auch mal 3 unterschiedliche Antworten dabei. Und immer wieder nachfragen.
Das waren meine Tips, die wir als Fahrradfahrer stets beherzigt haben um auch in abgelegene Gebiete mit gutem Gefühl zu reisen.
Entschuldigt wenn ich etwas ausgeholt habe. Vielleicht auch aus der Zeit gefallen in Zeiten von I-Net, Googl-Maps, Google-Translater & Co. Das gab es damals alles noch nicht. Sorry. Funktionierte aber einwandfrei, ohne Strom + Netz.
Que les vaya bien
Saludos de Markus + happy trails