Reisebericht

#9 Lofoten-Wunder

Wir haben 1000 Kilometer vor uns. Schnell wollen wir auf die Lofoten. Für die kommende Woche ist das beste Wetter gemeldet.

Zweimal werden wir eine sehr lange Strecke mitgenommen. Heinz und Heike sind mit dem Wohnmobil unterwegs und haben sich als Reisepartner vor kurzem kennengelernt. Nach 200 Kilometern und vielen interessanten Gesprächen suchen wir uns gemeinsam einen Stellplatz am See. Die beiden laden uns zum Abendessen ein und verwöhnen uns zum Frühstück mit Kaffee. Schon um 7 Uhr sind wir wieder mit ihnen auf der Straße. Es geht über den Polarkreis Richtung Norden.

Essen mit Heike und Heinz

Christian ist auch Gleitschirmpilot, in seinem Wohnmobil legen wir die restliche Strecke zurück. Durch Glück erwischen wir die letzte Fähre die gerade mit einer zweistündigen Verspätung in Skutvik ankommt. Endlich geht es auf die Lofoten. Christian freut sich über die Unterhaltung und wir lassen bei einem gemütlichen Essen den ersten Abend auf den Lofoten ausklingen. Solche Begegnungen sind für uns immer besonders wertvoll.

Mit Christian auf die Lofoten
Geschwungene Brücke in den Nebel

Ryten – Relaxen am Kvalvika Strand

Blauer Himmel, Sonnenschein und starker Wind. Da bleiben wir lieber am Boden und nutzen das traumhafte Wetter zum Wandern. Mit dem gesamten Gepäck und Essen für mehrere Tage geht es über den Berg. Mit so viel Gewicht sind wir selten längere Strecken unterwegs und das Wandern ist mühsam.

Zelten am Strand

Unser Ziel ist eine malerische Bucht. Kvalvika ist bekannt geworden durch zwei Surfer, die einen Winter dort verbracht haben. Gelebt haben sie in einer einfachen Hütte ohne Strom und Wasser. Hier bleiben wir drei Tage, sonnen uns am Strand, waschen unsere Sachen und erkunden die Gegend. Eine Quelle bietet frisches Wasser vom Berg. Dort wurde auch eine provisorische Dusche errichtet, die wir gleich nutzen.

Jeder ist hier willkommen!

Es ist gerade Wochenende und wir sind nicht alleine auf den Lofoten. Wir zählen um die 50 Zelte in der Bucht. Trotzdem ist es ein ruhiger und friedlicher Ort. Große Greifvögel ziehen ihre Kreise in der Luft. Neidisch blicken wir hoch, dieses Mal haben wir die Gleitschirme wohl umsonst mitgenommen.

Abends erklimmen wir den Ryten, um die Mitternachtssonne zu fotografieren. Im Windschatten der Felsbrocken bestaunen wir die Aussicht auf die Strände. Einen so langen Sonnenuntergang haben wir noch nie gesehen. Das ganze Meer glänzt golden, als die Sonne zur Hälfte hinter dem Horizont verschwindet. Ein wunderschönes Naturschauspiel.

Wanderung auf den Ryten
Kopfüber zum Sonnenuntergang
Mitternachtssonne

Munken – Im Herzen der Lofoten

Mit leichtem Gepäck geht es auf den Munken. Reichlich Schmelzwasser sammelt sich in großen Seen. Diese dienen als Trinkwasser für die Einheimischen. Die Luft ist so klar, dass man bis zum Festland sehen kann. Wir starten unsere Touren immer recht spät, um dem Menschenauflauf aus dem Weg zu gehen. So stehen wir auch hier alleine auf dem Gipfel und genießen die Ruhe.

Zeitvertreib am Gipfel
Tageswanderung im Herzen der Lofoten

Reinebringen – Stufen wie in Nepal

Der wohl bekannteste Berg auf den Lofoten ist der Reinebringen. Es geht 450 Meter über steile Stufen hinauf. Diese wurden von Sherpas gebaut und machen den Aufstieg um einiges leichter. Oben angekommen hat man einen tollen Ausblick auf ein Fischerdorf mit roten Häusern und Booten.

Fischerdorf »Reine«

Bei Sonnenuntergang klettern wir noch ein Stück den Berg hinauf und treffen dort ein nettes russisches Pärchen. Marat ist Arzt und seine Freundin Logopädin. Ohne zu zögern, laden sie uns nach Moskau ein und versüßen uns den Blick auf die Berge mit russischer Schokolade. Nach einem gemeinsamen Abstieg fahren sie uns noch bis zu unserem Zelt. Noch in derselben Nacht wollen sie eine weitere Wanderung starten, da sie nicht viel Zeit in Norwegen haben.

Bekanntschaft und russische Schokolade

Tindstinden – Das Ende der Lofoten

Mit unserem Zelt ziehen wir an einen schönen See. Wilde Gänse und Möwen erfrischen sich im kühlen Wasser. Am Wasserfall können wir unsere Flaschen immer wieder auffüllen und so genießen wir das autarke Leben. Das einzige was fehlt, ist eine Stromquelle für unsere leeren Kamera-Akkus und das Tablet. Schon oft haben wir im Supermarkt nachgefragt oder uns in der Nähe einer Steckdose die Zeit vertrieben.

Wir starten die fünfte Wanderung in Folge und genießen immer noch die unglaublich schöne Natur auf den Lofoten. Von Tindstinden blickt man auf das letzte Dorf von den Lofoten. Es ist hauptsächlich bekannt durch den Namen »Å«. Ein frisches Bad im See ist besonders schön nach einer anstrengenden Wanderung. Abends fallen wir erschöpft ins Zelt. Wir haben eine Woche Lofoten hinter uns und das bei schönstem Sonnenschein. Auch hier wurden wir oft von Einheimischen mitgenommen und mussten nie lange warten. Etwas mehr Ruhe wollen wir uns die nächsten Tage gönnen, wenn das Wetter wieder schlechter wird.

Blick auf das Dorf »Tind«

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