Reisebericht

#7 Bodenlos durch die Fjorde

Seit sieben Nächten schlafen wir nun schon im Zelt. Oft hatten wir die Möglichkeit uns in einem eiskalten Bergsee oder Fluss zu waschen. Nun ist unsere Ausrüstung an der Reihe. Wir nutzen die Sonne zum Trocknen und Lüften.

Waschtag bei »wenig dabei«

Alle Wege führen ins Tal

Mit Manu, Juli und dem kleinen Tobias geht es zurück Richtung Norden. Eine Nacht verbringen wir an einem traumhaft gelegenen Bergsee. Die Straße schlängelt sich durch hügelige Felslandschaften. Juli fährt mit dem Fahrrad und die Jungs nutzen die Gelegenheit für einen kurzen Abgleiter bis zum Fjord. Kurz darauf trennen sich wieder unsere Wege.

Zelten auf einer Halbinsel
Hike & Fly auf den nächsten Hügel
Abgleiter zum Fjord

Fallendes Wasser und steigende Thermik

In Odda werden wir von einem polnischen Paar mitgenommen. Mateusz und Anna leben schon länger in Norwegen und erzählen von einem Fluggebiet in ihrem Ort. Eigentlich sind wir auf dem Weg nach Voss, entscheiden uns aber schließlich in Lofthus zu bleiben.

Unterhalb von einem Wasserfall stellen wir unser Zelt auf und laufen mit den Gleitschirmen los. Es geht sehr steil durch den Wald und schließlich auf eine Forststraße. Nach drei Stunden Schnaufen und Schwitzen erreichen wir den Startplatz Nosi.

Schatten im Waldstück
Wind checken am unteren Startplatz
Startplatz Nosi

Die Windfahne tänzelt fröhlich im Wind. Die ganze Woche ist gutes Wetter gemeldet und wir sind so froh zur richtigen Zeit hier zu sein. Nach dem Start geht es gleich hoch bis in die Wolken. Zwischen zwei großen Wasserfällen fliegen wir über eine Stunde hin und her. Man hat eine tolle Sicht auf das Hochplateau.

Fast eine Woche bleiben wir in dem Gebiet und laufen täglich über verschiedene Routen zum Startplatz. Am letzten Tag werden wir sogar von einem einheimischen Piloten an der Landewiesen abgeholt und können auf seinem Pick-up mit zum unteren Startplatz fahren. Immer wieder treffen wir in Norwegen so nette und hilfsbereite Menschen. Da fühlt man sich richtig willkommen.

Gastfreundschaft hoch drei

Im Supermarkt treffen wir zufällig Mateusz wieder, der überrascht ist, dass wir immer noch in Lofthus sind. Noch für den gleichen Abend lädt er uns zum Essen ein. Seine Frau kocht ein leckeres Kartoffelgericht, zum Nachtisch gibt es Eiscreme und Latte Macchiato. Wir sind froh, dass wir uns revanchieren können und helfen gerne beim Entladen eines Anhängers. Nach getaner Arbeit gibt es Bier und eine heiße Dusche. Währenddessen stecken unsere Elektrogeräte und Akkus an der Steckdose. Es fühlt sich für uns an wie Weihnachten.

So treffen wir uns jeden Abend nach dem Fliegen. Können die Küche nutzen, duschen und schlafen eine Nacht auf der Couch. Um das Ganze noch zu übertreffen, fährt uns Mateuz mit seinem Boot eine Runde über den Fjord. Außerdem nehmen sie uns ein paar Tage später 300 Kilometer Richtung Norden mit.

Granit und Kinderlieder

In Olden treffen wir uns wieder mit Flo’s Bruder. Einer passt aufs Baby auf und die Anderen gehen klettern. Wir dürfen die Kletterausrüstung mitbenutzen und so kommen auch wir nach langer Zeit mal wieder an die Felswand.

Flo im Vorstieg

Über den Wolken der Cruiser

Kurz vor dem bekannten Geiranger Fjord verabschieden wir uns von den Anderen und fahren auf den Aussichtsberg Dalsnibba. Unter Beobachtung einiger Schaulustigen packen wir unsere Gleitschirme aus und starten durch die tief hängenden Wolken. Von hier hat man eine tolle Sicht auf den Fjord und die umliegenden Berge mit Wasserfällen.

Startbereit am Dalsnibba
Blick auf den Geiranger Fjord
Drei nette Polen nehmen uns mit.

Als wir morgens aus dem Zelt schauen, stehen zwei riesige Kreuzfahrtschiffe im Fjord und verdecken uns die Sicht. Schnell packen wir unsere Sachen und gehen zur Straße. Kjell und seine Frau bleiben mit einem Tesla stehen. Es gibt viel Gesprächsstoff und sie sind so lieb und übernehmen die Fährkosten.

Geiranger Fjord
Hitchhiken mit einem Tesla auf die Fähre

5 Gedanken zu „#7 Bodenlos durch die Fjorde

  1. Hallo Ihr beiden,
    wir kennen uns nicht, trotzdem verfolge ich euren Block mit großem Interesse. Früher habe ich Skandinavien viel bereist (zuletzt vor 27 Jahren, da war es noch weit weniger touristisch als heute) und so manches eurer Bilder kommt mir bekannt vor. Damals hatte ich allerdings mit Gleitschirmfliegen “noch nichts am Hut“. Ich finde es toll, was ihr da macht und manchmal möchte man nochmal so jung sein wie ihr beide. So nur mit Rucksack auf dem Rücken, das geht beim mir leider nicht mehr, aber vielleicht packe ich mein Wohnmobil mitsamt Gleitschirm und starte mal anstatt nach Süden Richtung Norden in den Urlaub. In Norwegen bin ich noch nie geflogen, die Aussicht ist allerdings atemberaubend, wenn man eure Bilder sieht. Macht richtig Lust drauf!
    Wünsche euch noch viele schöne Erlebnisse, tolle Flüge und immer happy landings.
    Dorothee

    1. Hallo Dorothee, schön dass du unseren Blog verfolgst. Vielen Dank für dein positives Feedback. Wir wurden vor ein paar Tagen von einem Gleitschirmpiloten mit Wohnmobil mitgenommen. Das ist doch auch eine tolle Art zu reisen. Vorallem hat man die Dusche immer on Board. 😀 Der Norden garantiert zwar nicht immer schönes Wetter, aber wenn es mal geht ist es um so schöner.
      Ganz liebe Grüße, Flo & Jamila

  2. Also das ist echt eine geniale Reise die ihr das macht, mir fehlen die Worte.
    Kleine frage zu eurer ganzen Ausrüstung.

    Wenn ihr fliegt, habt ihr dann alles, mit dabei während des Fluges (also Zelt etc)? Oder lasst ihr den größten Teil irgendwo deponiert und holt es extra nach dem Flug ab?

    1. Hey Daniel, schön dass du dich für unsere Reise interessierst.
      Wenn wir fliegen gehen haben wir immer nur unsere Gleitschirmausrüstung dabei. Alles andere lassen wir im Zelt, bei Couchsurfern oder fragen in Hotels nach. Das war bisher immer recht problemlos. 🙂 Mit wenig Gepäck macht Hike & Fly viel mehr Spaß. Liebe Grüße, Flo & Jamila

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