Reisebericht

#3 Smaragdgrün

Auch runterlaufen, statt runterfliegen gehört dazu. Das Wetter in Norwegen ist immer für eine Überraschung offen. So passiert es uns nicht zum ersten Mal, dass wir unsere Ausrüstung den Berg heruntertragen. Zum Glück ist es bei 7 bis 8 Kilogramm nicht ganz so ärgerlich.

Espresso zum Panorama

Das nächste Ziel ist Sundvollen. Einem schönen Fluggebiet, 40 Kilometer nordwestlich von Oslo. Zu zweit quetschen wir uns auf den Beifahrersitz eines Tesla’s und werden die Serpentinen hochgefahren. Beim Startplatz angekommen begrüßt uns ein deutsches Pärchen, die mit ihrem ausgebauten VW-Bus durch Norwegen reisen. Judith und Jan machen uns einen Espresso und wir beantworten ihnen einige Fragen zum Gleitschirmfliegen. Bei Rückenwind zelten wir direkt am Startplatz. Leider regnet es sich am nächsten Tag so richtig ein. Wir nehmen ihr Angebot an und fahren gemeinsam 200 Kilometer Richtung Norden. Laut Wettervorhersage sieht es in ganz Südnorwegen nicht gut aus.

Startplatz Sundvollen
Mit Judith und Jan am Startplatz
Zelten am Startplatz

Spontane Hilfe

Ein paar Stunden später stehen wir wieder an der Straße und werden von Eric, einem Norweger, mitgenommen. Überraschend bietet er uns an, in seinem neuen Ferienhaus zu wohnen. Als Gegenleistung misten wir drei Stunden lang den Ziegenstall aus. Es stinkt miserabel und der Misthaufen vor der Tür wird immer höher. Doch nach einer heißen Dusche und einem Glas Rotwein ist die Arbeit schnell wieder vergessen.

Ein Haufen Arbeit
Feierabend mit einem Glas Rotwein

Hüttengaudi

Spontan fragen wir im Haugseter Fjellstue an, ob sie unsere Hilfe gebrauchen können. Es ist ein ruhig gelegenes Hotel am See, in der Nähe vom Jotunheimen Nationalpark. Elisabeth sagt uns sofort zu und ist froh, vor Saisonstart, noch zusätzliche Hilfe zu bekommen. Wir dürfen in einer urigen Holzhütte übernachten und bekommen leckeres Essen.

Unsere süße Hütte
Kochen bei Kerzenschein
Vitaminreiche Pause
Jotunheimvegen

Streichmusik

Im Radio laufen norwegische Volkslieder und wir streichen munter im Takt die Wände. Als wir fertig sind, strahlt die Küche im hellen Weiß. Die kleinen Hütten auf dem Gelände werden inspiziert, auf Vordermann gebracht und die Zimmer hergerichtet. Wir würden hier sofort einziehen.

Küche streichen für den Saisonstart
Haugseter Hotel
Gemeinsames Essen am letzten Abend

Hike & Hike

Motiviert laufen wir mit unseren Schirmen auf den nächsten Hügel hoch. Bis zum Gipfel geht es querfeldein. Oben angekommen dreht leider der Wind und wir können nicht starten. Dafür haben wir einen tollen Blick auf den noch teilweise zugefrorenen See und die kleinen roten Häuser, die überall verstreut stehen. Man merkt, dass hier gerade erst der Frühling angefangen hat.

Querfeldein zum Gipfel
Abendspaziergang am Hausberg
Sicht auf unsere Unterkunft

Besseggen Trail

Nach zwei Arbeitstagen fahren wir zum Nationalpark, um den Besseggen Trail zu laufen. Es ist eine schöne Gratwanderung mit Blick auf den smaragdgrünen Fjord. Früher als geplant, schlagen wir nach vier Stunden, am spektakulärsten Platz der Route, unser Zelt auf. Bei dem eisigen Wind verkriechen wir uns jedoch schnell in unsere Schlafsäcke. Aber auch von dort hat man eine tolle Sicht auf das Panorama.

Gipfel-Flagge
Zeltplatz mit Aussicht
Eisiger Wind
Bärenhunger am Abend

Schwere Füße

Die spontane Planänderung bedeutet einen härteren zweiten Tag. Über den Grat, an idyllischen Seen vorbei und den Berg wieder herunter. Viele Wanderer nehmen die Fähre zurück zum Startpunkt. Doch uns ist sie zu teuer. Der Rückweg am Fjord ist traumhaft schön. Viele Wasserfälle und Badeplätze laden ein, seinen müden Knochen eine Erholungspause zu gönnen. Leider verstecken sich noch einige Höhenmeter auf diesem Weg. So brauchen wir für die 12 Kilometer doppelt so lange wie geplant. Todmüde, aber glücklich kommen wir nach 7 bis 8 Stunde an der Hauptstraße an. Deutlich spüren wir die 28 Kilometer und die 1500 Höhenmeter, der letzten zwei Tage, in unseren Beinen.

Sonnenschein auch am nächsten Tag
Gratwanderung Besseggen

6 Gedanken zu „#3 Smaragdgrün

  1. WOW! Toll Erlbnisse, coole Bilder. Neid.
    Und Ihr habt ganz schön Glück: Für ein Glas Rotweinn muss man in Norwegen üblicheriwese DREI Tage lang den Stall ausmisten.
    Weiter viel Spaß, Till

    1. Hallo Till, ja das stimmt. Wir hatten Glück und standen zur richtigen Zeit, am richtigen Ort. Die Leute hier haben zum »Frühlingsanfang« alle viel zu tun und freuen sich über jede Hilfe. Liebe Grüße, Flo und Jamila

  2. Wir sind begeistert von eurer Wanderung und den einmaligen Bildern. Die Zeit auf Reisen, macht euch offen für die guten Menschen, die es überall auf der Welt gibt. Ihr macht es richtig.!!

    1. Hallo ihr Lieben, die Wanderung war mega schön und zum Glück noch nicht so überlaufen. Die Saison hat hier gerade erst angefangen. Hätte euch auch gut gefallen! Liebe Grüße in die Heimat.

  3. Ihr Lieben,
    Ihr habt schon wieder so viel erlebt seitdem wir uns getroffen haben!
    Ich habe schon gespannt auf den neusten reisebericht gewartet und kann bei euren fotos wirklich nur staunen!
    Wir wünschen euch weiterhin viel glück, gute zufälle und ganz besonders liebe menschen auf dem weg!
    Viele grüße,
    Jan & Judith

    1. Liebe Judith, lieber Jan, es war richtig schön mit euch gemeinsam ein Stück zu reisen. Am liebsten wären wir gar nicht ausgestiegen. Wir hoffen ihr hattet auch noch eine schöne Zeit und nicht so viel Regen. Solche Begegnungen bestätigen immer wieder, unsere Entscheidung per Anhalter und nicht mit dem eigenen Auto zu fahren. Alles Liebe, Flo und Jamila

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