Reisebericht

#13 Letzte Etappe

Mit Magdalena und Maciej fahren wir einmal durch ganz Polen. Sie sind hier aufgewachsen, leben aber seit einigen Jahren in England. Die beiden lieben Reisen und wir haben einige Geschichten zum Austauschen. Da vergeht die Zeit wie im Flug. Total müde erreichen wir um zwei Uhr morgens die Stadt Krakau. Wir haben Glück und unser Couchsurfer Pawel macht uns so spät noch die Tür auf. Der Übernachtungsplatz ist gesichert.

Krakau

Straßenmusiker spielen in den romantischen Gassen der Stadt. Die alten Gebäude erzählen Geschichten von schon längst vergessenen Zeiten. Im Zentrum reiten weiße Pferdekutschen ihre Runden während ein Trompeter die Mittagszeit ankündigt. Mit einem Eis in der Hand schlendern wir am Fluss entlang und beobachten die vielen Menschen. Die Stadt gefällt uns sehr gut, viele junge Leute laufen herum und vor allem im Schlossgarten lässt es sich gut aushalten. Auch im klimatisierten Kunstmuseum MOCAK hat es eine angenehme Temperatur.

Altstadt von Krakau
Für die Ewigkeit
Im Schlossgarten
Kunst im MOCAK

Sommergewitter

Um aus der heißen Stadt zukommen nehmen wir den Zug. Wir dachten, der Sommer wäre schon längst vorbei, bis wir Polen erreichen. Aber die Tage sind so heiß, dass es uns immer wieder an einen Badesee zieht. Unser nächster Gastgeber empfängt uns herzlich und ist ganz aufgeregt, dass Couchsurfer in sein kleines Dorf kommen. Konrad ist als Kind mit seinen Eltern nach London ausgewandert und vorübergehend in Polen in seinem Elternhaus.

Unser Host Konrad

Das nächste Gleitschirmgebiet ist nur ein paar Kilometer entfernt. Nach einigen Wochen Flachland ist endlich der Berg Zar in Sicht. Die einheimischen Tandempiloten nehmen uns bis zum Startplatz mit und geben uns die wichtigsten Informationen weiter. Die Aussicht über den See ist besonders schön und man kann sich eine Zeitlang halten. Doch am Nachmittag ziehen große Gewitterwolken heran und zeigen ihre gewaltige Kraft.

Fliegen am Berg Zar

Temperatursturz

Wir bleiben noch ein paar Tage zur Erholung am See. Leider fügt sich Jamila beim Baden einen tiefen Schnitt zu. Es ist nichts Dramatisches, aber in geschlossenen Schuhen laufen ist eine Qual. Per Anhalter fahren wir bis zur Grenze der Slowakei. Dort warten wir lange im Regen und stellen uns schließlich in einer Tankstelle unter. Die Temperaturen sind von 30 auf 13 Grad gefallen. Der Tankwart ist so lieb und bringt uns heißen Tee zum Aufwärmen. Eine solche Gastfreundschaf haben wir in Polen schon öfters erlebt.

Gewitterstimmung
Aufgeweicht

Nächster Halt Bratislava

Kurz hinter der Grenze übernachten wir in einem kleinen Bahnhof. Eigentlich wird dieser in der Nacht geschlossen, aber sie machen eine Ausnahme für uns. Bei dem starken Regen ist es ein Treffpunkt für Reisende; zwei Polen mit Fahrrad und ein russischer Hitchhiker den wir zuvor an der Straße getroffen haben. Mit dem Zug fahren wir bis Bratislava. Die Stadt lässt uns nicht so einfach los und wir warten lange Zeit an der Straße. Zweimal werden wir von Jakob mitgenommen. Erst zu einem besseren Platz und schließlich bis zur Grenze nach Österreich.

Bahnhof Skalité
Jakob unser Retter

Picknick am Fluss

In Österreich ist Hitchhiken wieder ein leichtes Spiel. Mit Stephan fahren wir einmal quer durch Wien und bekommen den geschichtlichen Hintergrund erzählt. Am liebsten würde er uns in seiner Zweitwohnung übernachten lassen, aber diese ist zurzeit belegt. Da wir keinen Couchsurfer gefunden haben beschließen wir weiterzufahren.

Richtung Deutschland

Eine Lehrerin nimmt uns bis Ybbs mit und zeigt uns einen tollen Zeltplatz am Fluss. Sie möchte uns ihren Mann und ihre Tochter vorstellen. Zusammen kommen sie abends zum Picknicken vorbei. Lange sitzen wir noch in ihrem Wohnmobil und unterhalten uns bis spät in die Nacht. Am nächsten Morgen laden sie uns zum Frühstück ein. Gemeinsam verbringen wir den Tag am Fluss, spielen mit Leonie und bleiben spontan noch einen Tag länger. Immer wieder werden wir darin bestätigttigt, dass es so viele gute Menschen dort draußen gibt.

Zelten an der Ybbs
Spielen mit Leonie und Anita
Frühstück mit Horst und Leonie
Endlich wieder Sternenhimmel

Die letzten Meter

Von den unterschiedlichsten Leuten werden wir mitgenommen und kommen der Heimat immer näher. So auch von einer 90-Jährigen mit ihrer Tochter. Zum Abschied überreichen sie uns Kekse und Holundersirup. Von Felix werden wir schließlich bis vor die Haustür gefahren. Wir laden ihn auf ein Bier ein und stoßen auf das Ende unserer zweijährigen Reise an. Es ist ein seltsames Gefühl, aber wieder schön zu Hause zu sein.

Zurück in Deutschland

6 Gedanken zu „#13 Letzte Etappe

  1. Ihr Lieben, schön, daß ihr eure letzten 2 Jahre mit uns geteilt habt. Es war immer wieder wunderschön mit euch auf reisen zu gehen. Nun genießt Deutschland für ein Weilchen und wer weiß, ihr werdet sicherlich wieder einmal auf Reisen gehen… bitte denkt an uns. Vielleicht kommt ihr ja wieder einmal hier vorbei 😃.
    Bis dahin laßt euch ganz lieb von uns hier grüßen. Oh, vielleicht sehen wir uns ja mal in Deutschland wieder 😊

  2. „Für die Ewigkeit“ You made it! Sehr schön. Wenn euch die Decke auf den Kopf fällt, seid ihr in Zürich herzlich willkommen. Zur Not auch ohne Gleitschirm 😉

  3. Wir möchten uns bei euch für 2 Jahre spannende,orginelle und echt erlebnisreiche Reiseberichte bedanken. Die supertollen und wunderschönen Bilder haben uns jedes Mal tief beeindruckt.
    So konnten wir immer ein wenig an Eurer Reise teilnehmen.

  4. Liebe Jamila, lieber Flo,

    herzlich Willkommen zurück – zu Hause. Ich wünsche Euch das diese Zeit noch lange im Leben hier zu Hause und vor allem in euerem kommenden Alltag mitschwingt und Euch trägt. Auch das es Euch an Ideen und Motivation und Motivatoren in Eurer nähe nicht fehlt.

    Mit den besten Wünschen und immer happy Trails.

    Euer Markus

  5. Yeah, we made it! Vielen Dank für die vielen Willkommensgrüße. Wir genießen es nun wieder zu Hause zu sein und blicken auf eine tolle, aber auch anstrengende Reise zurück. Mal sehen wie lange es dauert bis wir wieder Fernweh bekommen. 😀 Schön, dass ihr alle unseren Blog verfolgt habt und so ein Teil der Reise geworden seid. Es war toll euch dabeizuhaben. Danke dafür!
    Liebe Grüße, Flo & Jamila

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